Muntere Zusammenkunft von Sozialphobikern aus West- und Süddeutschland (Gipfel der Schüchternheit (3) „Aller guten Dinge sind Drei“)

Algonquin II (Berggipfel) - lizenzfreies Foto von piqs.de

ƒƒJeffrey Pang, „Algonquin II
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Der dritte Gipfel der Schüchternheit fand vom 03. bis 04. Mai 2014 statt und wurde von der Mannheimer Selbsthilfegruppe organisiert. Es war der erste Gipfel, der über zwei Tage ging. Da ich noch relativ neu in der Gruppe bin, war dieser mein Erster. Aus West- und Süddeutschland kamen ca. 82 Sozialphobiker, um sich kennenzulernen und über ihre Probleme zu reden. Ingesamt waren in Mannheim 13 Selbsthilfegruppen vertreten, es waren Gruppen/Vereine aus Aschaffenburg, Bamberg, Bonn, Darmstadt, Dortmund, Freiburg, Karlsruhe, Kassel, Mannheim, Nürnberg, Offenburg, Wiesbaden und Würzburg.
Ich entschied mich erst relativ spät dazu, daran teilzunehmen. Es ist schon eine Überwindung sich mit vielen fremden Leuten zu treffen. Die Hinreise mit einer Fahrgemeinschaft war eine sehr unterhaltsame und lustige Fahrt. In Mannheim am Mehrgenerationenhaus um ca. 10:45 Uhr angekommen, waren wir sehr überrascht und beeindruckt von der guten Organisation der Mannheimer Gruppe. Es gab am Eingang des Mehrgenerationenhauses den Hinweis auf den „Gipfel der Schüchternheit (3)“. Bei der Anmeldung wurden Namensschilder, Flyer mit dem Programm fürs Wochenende und einem Stadtplan (mit Markierung der relevanten Orte für Samstag und Sonntag) verteilt. Das Programm war vorher nicht bekannt, war eine Überraschung für alle.

Ca. 11 Uhr begann ein Brunch in der Cafeteria des Mehrgenerationenhauses. Dort hatte jeder die Möglichkeit schon einmal mit ersten Teilnehmern aus anderen Gruppen/Vereinen ins Gespräch zu kommen. Ein Zusammensetzen mit Teilnehmern aus der eigenen Gruppe sollte vermieden werden und so geschah dies auch nicht. Das Brunch-Angebot war mit einem Brunch oder ausgiebigen Frühstück in einem Hotel zu vergleichen. Es gab sicherlich für jeden etwas. Besonders gut haben mir die frischgebackenen Waffeln gefallen.

13 Uhr begann der nächste Programmpunkt des Samstags, ein Speeddating für alle Teilnehmer in einem Raum des Mehrgenerationenhauses. Eine halbe Stunde war geplant und diese wurde ca. um die Hälfte der vorgesehenen Zeit verlängert, weil es sehr gut lief und sich alle Teilnehmer dazu entschlossen hatten, daran teilzunehmen. Ein Gespräch mit dem jeweils gegenüber Sitzenden war für ca. drei Minuten angesetzt. Nach vier Runden mit jeweils einem anderen Gesprächspartner war dann Schluss.

Der nächste Programmpunkt stellte das größte Event für Samstag dar. Es sollte zum Luisenpark gehen. Da ausreichend Zeit war, um den Park zu Fuß zu erreichen, empfahl der Hauptorganisator, dass wir alle zusammen zum Luiskenpark laufen. Eine kleine Wanderung durch Mannheim begann. Dies war eine weitere gute Möglichkeit sich mit anderen Teilnehmern des Events auszutauschen und man konnte das Speeddating mit den bereits bekannten SPlern bei Bedarf fortzusetzen. Im Luisenpark angekommen wurden einige Aufwärm- und Kennenlernspiele (Teamspiele) auf der Freizweitwiese durchgeführt, die einigen Teilnehmern nicht ganz leicht fielen. Mir persönlich waren die Spiele etwas peinlich, denn wir wurden teilweise durch andere auf der Freizeitwiese befindliche Personen beobachtet. Sie waren dennoch eine gute Möglichkeit weitere Teilnehmer des Treffens namentlich kennenzulernen. Anschließend wurden per Zufallssystem zehn Teams gebildet. Es galt eine Park Rallye per Teams gegeneinander durchzuführen, dabei Aufgaben zu lösen und kleine Wettkämpfe zu gewinnen. Die Luisenpark Rallye fand ich persönlich sehr gelungen. Die Aufgaben waren eine Herausforderung, die Spiele waren unterhaltsam und witzig.

Gegen 17:55 Uhr waren alle Teams wieder am Startpunkt auf der Freizeitwiese, ab ca. 18:05 Uhr war Entspannung angesagt. Ich entschied mich für Volleyball und ließ den Abend sportlich ausklingen. Der Hauptorganisator der Veranstaltung rief gegen 18:30 Uhr zur Auswertung und Siegerehrung der Luisenpark Rallye. Danach ging es per Straßenbahn, Auto und zu Fuß zurück in das Mehrgenerationenhaus, eine weitere Gelegenheit zur Unterhaltung und zum Kennenlernen.

Ab 19 Uhr war Abendessen angesagt, es wurde aber etwas später. Allen Teilnehmern stand ein reichhaltiges Angebot zur Verfügung. Der Tag klang aus mit Karaoke, dem Spielen an Spielkonsolen und mit Gesellschaftsspielen. Ich entschied mich überwiegend für Karaoke, schaute mir aber auch die Konsolenspiele und Gesellschaftsspiele an. Ein Teilnehmer aus der Wiesbadener Gruppe sorgte für Getränke, indem er rechtzeitig alle Teilnehmer fragte, was sie gerne hätten. Gegen 0:30 Uhr wurde beschlossen, den Karaoke-Abend trotz toller Stimmung zu beenden. Die meisten der Teilnehmer des Gipfels waren entweder nach Hause gefahren, schon bei der Vorbereitung ihres Schlafplatzes oder schon im Hotel. Ab 01:30 Uhr lagen die meisten Teilnehmer im Mehrgenerationenhaus in ihrem Schlafsack. Baumfällarbeiten führten zu einer unruhigen Nacht, auch Ohrstöpsel halfen wenig.

Am Sonntagmorgen begann der Tag mit einem gemeinsamen Frühstück der Übernachtenden des Mehrgenerationenhauses. Treffpunkt für alle war der Hauptbahnhof von Mannheim (09:45 Uhr). Drei Möglichkeiten für die Tagesgestaltung waren vorgesehen. 1. Wandern in Heidelberg / Schloss (6 EUR) und Altstadt; 2. Besuch im Technoseum in Mannheim (6 EUR) oder 3. Schiffsrundfahrt Heidelberg (9 EUR) und Altstadt. Die meisten Teilnehmer, so auch ich, entschieden sich für Wandern. Das Wetter war sonnig und angenehm warm, optimal für die Bewegung im Freien gemeinsam mit Gleichgesinnten. Da sich immer noch nicht alle namentlich kannten, war es eine gute Idee, den Teilnehmern neue selbstklebende Namensschilder zur Verfügung zu stellen. So war das persönliche Ansprechen für den Einen oder Anderen wieder einfacher. Unsere Wanderung dauerte ca. vier Stunden. Meine innere Unsicherheit und vermutlich unnütze Gedanken über verschiedene Dinge haben mir es nicht leicht gemacht, daher bin ich stolz, dass ich den Gipfel der Schüchternheit (3) in Mannheim besucht habe und kleine Fortschritte dabei erzielen konnte.

Als nach den verschiedenen Aktivitäten zwischen 09:45 Uhr und 16 Uhr alle wieder im Mehrgenerationenhaus eingetroffen waren, gab es selbst gemachten Kuchen (sogar veganen Rüplikuchen). Der Ausklang bei Kaffee und Kuchen war ein angenehmer Abschluss für einen sehr gut organisierten und abwechslungsreichen Gipfel der Schüchternheit. Ich denke es war wirklich für (fast) jeden Teilnehmer etwas dabei. Die gelungene Veranstaltung in Mannheim sollte für alle Gruppen die teilgenommen haben eine Herausforderung sein, Vergleichbares auf die Beine zu stellen.

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regelmäßiger Besucher der SHG Wiesbaden
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